Stavanger – die Ölhauptstadt Norwegens
Stavanger ist mit ca. 121 600 Einwohnern per 1. Januar 2009 Norwegens viertgrößte Stadt. Sie ist vermutlich auch eine der ältesten Städte Norwegens. Man nimmt an, dass sie im 12. Jh. gegründet wurde.
Das Stadtgebiet sowie die Umgebung von Stavanger bieten variierte, wilde und wunderschöne Naturerlebnisse. Von steilen Felsen und wunderschönen Fjorden bis zu Jærens langgestreckten, wilden Stränden draußen am offenen Meer – dies alles ist leicht von Stavanger aus zu erreichen. Ein Ausflug an den Lysefjord ist obligatorisch, wenn man sich in Stavanger befindet. Hier können Sie unter anderem den berühmten Preikestolen, die „Kanzel“, und den Kjerag bewundern.
Stavanger kann darüber hinaus auf ein aktives Kulturleben verweisen – die Stadt war zusammen mit Liverpool Europäische Kulturhauptstadt 2008. Spannende Architektur, ein lebendiges Film- und Schriftstellermilieu sowie zahlreiche schöne Museen sind einige der Charakteristika, die bei der Beschreibung Stavangers zu erwähnen sind. Die Essenskultur spielt auch eine große Rolle in dieser Region. In diesem Zusammenhang können wir einen Besuch des Gourmetfestivals (norw. „Gladmatfestival“) empfehlen.
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Die Geschichte Stavangers:
Man vermutet, dass der Name Stavanger von dem altnordischen Stafangr stammt, das sich aus ”stafr”, was Stab bedeutet, und ”angr", was Fjord bedeutet, zusammensetzt. Auch wenn die Stadt Stavanger erst im 12. Jh. gegründet wurde, gibt es Siedlungsspuren in dieser Region, die sich in die Periode, in der sich das Eis nach der letzten Eiszeit zurückzog, also ca. 10 000 Jahre, zurückdatieren lassen.
Stavanger ist schon immer eine internationale Stadt gewesen, die abhängig vom Meer und stark von fremden Impulsen geprägt ist. In der Wikingerzeit war Stavanger ein bedeutendes Zentrum. Einige der reichsten Gräberfunde Norwegens aus dieser Zeit wurden in diesem Gebiet gemacht. Stavanger hatte einen natürlichen Hafen und war strategisch günstig gelegen mit Jæren im Süden, Ryfylke im Osten und der Fahrrinne an der Küste entlang im Westen sowie den fruchtbaren Ryfylkeinseln im Norden. Das Gebiet war allem Anschein nach der wichtigste Ausgangspunkt für die Züge der Wikinger unter anderem zu den britischen Inseln.
In der Mitte des 17. Jh.s brannten große Teile der Stadt bis zu den Grundmauern ab, darunter auch die gesamte Altstadt mit Gebäuden aus dem Mittelalter. Die Stadt verlor in dieser Periode auch ihre Privilegien als Kaufmannsstadt. Sie wurden ihr jedoch um 1690 wieder zugeteilt, als man dabei war, die Stadt wiederaufzubauen. Das heutige „Gamle Stavanger” besteht aus 173 unter Denkmalschutz stehenden und restaurierten Gebäuden, die Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jh.s gebaut wurden. Dies ist eine von Skandinaviens bestbewahrten Holzhaussiedlungen, für deren Bewahrung Stavanger mehrere Preise erhalten hat.
Im 19. Jh. begann der wirkliche wirtschaftliche Aufschwung der Stadt, der für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum bis in unsere Zeit sorgte. Heringsfischerei, Seefahrt und Konservenindustrie waren die Stützpfeiler des Wirtschaftswachstums Stavangers bis in die 70er Jahre des 20. Jh.s, als die ersten Ölfunde gemacht wurden. In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die moderne Großstadt Stavanger geschaffen. Stavanger wurde allmählich zu einem wichtigen administrativen Zentrum für die norwegische Ölindustrie sowohl im In- als auch im Ausland. Dieser strategisch wichtigen Rolle hat Stavanger die Bezeichnung „Norwegens Ölhauptstadt“ zu verdanken.
Festivals in Stavanger
Jedes Jahr werden mehrere Festivals in Stavanger arrangiert. Die bekanntesten von ihnen sind das Gourmetfestival, das große Festival des norwegischen Humors, das Kammermusikfestival, der Mai-Jazz und Beach Volleybal World Tour.
Museen in Stavanger
In der Stadt gibt es mehrere Museen und Sammlungen, sowohl lokale als auch nationale. Das meistbesuchte Museum ist wohl das Norwegische Ölmuseum, das bis heute das einzige Ölmuseum Europas ist.
Das Stavanger Museum hat mehrere Abteilungen für unter anderem Seefahrt und Konservenindustrie, die durch die Geschichte Stavangers hindurch von großer Bedeutung waren. Andere Abteilungen unter der Schirmherrschaft des Museums Stavanger sind das Norwegische Grafikmuseum und das Norwegische Kindermuseum.
Das Rogaland Kunstmuseum ist ebenfalls einen Besuch wert. Hier finden Sie z. B. die größte Sammlung des Landes von Lars Hertervigs Arbeiten sowie mehrere Gemälde norwegischer Künstler wie Edvard Munch, Christian Krogh, Eilif Peterssen und Harriet Backer. Darüber hinaus ist eine Reihe von Rogalands Künstlern vertreten.
Schriftsteller und Bücher mit Bezug zu Stavanger
Viele bekannte Schriftsteller haben sich von Stavanger inspirieren lassen und die Stadt als Kulisse für ihre Arbeiten verwendet. Zu den Schriftstellern, die am engsten mit der Stadt verbunden sind, gehört Alexander Kielland mit seinen Büchern Gift, Garman & Worse, Kapitän Worse und Jakob. Weiterhin können Schriftsteller wie Andreas Jacobsen und Sigbjørn Obstfelder als zwei der bekanntesten genannt werden. Von den zeitgenössischen Schriftstellern ist wohl Arild Rein der bekannteste mit seiner Stavangertrilogie Hundedagene, Grisekoret und Kaninbyen.
Die Stadt ist seit 1995 „Stadt der Zuflucht“ für Schriftsteller. Dies ist ein Programm, in dessen Rahmen verfolgten Schriftstellern 1-2 Jahre lang Schutz, Unterkunft und Gehalt gewährt wird. Der erste Schriftsteller, der von Stavanger aufgenommen wurde, war Araz Elses aus Aserbaidschan.