Bei Safaris denkt man oft an Afrika. Doch Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung entdecken Sie auch im hohen Norden! Zugegeben: Löwen oder Elefanten sind keine typischen Norweger. Dafür erleben Sie andere beeindruckende Tiere – Moschusochsen, Braunbären, Wölfe und gewaltige Wale!
7 Min. LesezeitAktualisiert: 20. Mai 2026Von: Das Fjord Tours-Team
Hier finden Sie eine Auswahl faszinierender Wildtiere und Tipps, wo Sie ihnen begegnen können.
Seeadler
Der Seeadler ist der viertgrößte Adler der Welt.
Seine Flügelspannweite kann über zweieinhalb Meter betragen.
Wo kann man sie beobachten?
Seeadler leben entlang der gesamten norwegischen Küste, besonders jedoch in den drei nördlichsten Provinzen des Landes. Gelegentlich sieht man sie auch an Binnenseen, am wohlsten fühlen sie sich jedoch an der Küste.
Wann hat man die besten Chancen?
Das ganze Jahr über. Besonders spannend ist der Sommer, wenn die Jungvögel geschlüpft sind und die Eltern ständig auf Nahrungssuche gehen.
Tipps für die Beobachtung
Nehmen Sie an einer Seeadler-Safari auf den Lofoten teil und bringen Sie ein gutes Fernglas mit. Achten Sie auf lärmende Möwenschwärme – diese sind oft ein Zeichen, dass ein Adler in der Nähe ist. Seeadlerhorste sind beeindruckende Konstruktionen und können die Größe eines Kleinwagens erreichen. Halten Sie während der Brutzeit jedoch unbedingt Abstand, da Seeadler ihre Nester sehr stark verteidigen.
Elche
Ein ausgewachsener Elchbulle wiegt oft rund 750 Kilogramm
Das Geweih kann bis zu eineinhalb Meter breit werden
Wo kann man sie beobachten?
Elche sind in weiten Teilen des Landes verbreitet: in Wäldern, in den Bergen und manchmal sogar in den Gärten von Ferienhäusern. Mit etwas Pech begegnet man ihnen auch auf der Straße. Besonders viele Elche leben in den großen Nadelwäldern Ost- und Mittelnorwegens. Grimsdalen, Fokstumyra und Folldal sind für besonders große Tiere bekannt.
Wann hat man die besten Chancen?
Während der Brunftzeit im September tragen die Elchbullen ihr imposantes Geweih vollständig ausgebildet. In dieser Zeit sind sie oft so mit ihren Artgenossen beschäftigt, dass sie Menschen weniger beachten.
Tipps für die Beobachtung
Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sind Elche am aktivsten. Wenn Sie langsam mit dem Auto über Forststraßen fahren und die Umgebung beobachten, stehen die Chancen gut – Elche haben vor Autos oft weniger Angst als vor Menschen. Auch erhöhte Plätze mit Blick auf Moore, Lichtungen oder Felder eignen sich gut, da Elche dort in der Dämmerung häufig grasen.
Biber
Biber fällen große Bäume, um ihre typischen Dämme und Bauten zu errichten.
Ihre Spuren findet man schnell, die „Baumeister“ selbst sind jedoch schwieriger zu entdecken.
Wo kann man sie beobachten?
Biber sind in weiten Teilen Norwegens heimisch. Besonders verbreitet sind sie in Agder und in der Telemark.
Wann hat man die besten Chancen?
Die besten Chancen haben Sie in den Nachtstunden im Juni und Juli. Zu dieser Zeit beginnen die im Mai geborenen Jungtiere, ihre Umgebung zu erkunden – sie sind oft etwas weniger scheu als ihre Eltern.
Tipps für die Beobachtung
Setzen Sie sich vollkommen ruhig in die Nähe einer bewohnten Biberburg und beobachten Sie das Treiben. Mit einem Kanu oder Kajak kommt man den Tieren oft noch näher.
Moschusochsen
Moschusochsen wirken so urzeitlich, dass man beinahe erwartet, gleich einem Mammut zu begegnen.
Sie starben während der letzten Eiszeit in Norwegen aus. Die heutigen Tiere stammen von Vorfahren ab, die Ende der 1940er-Jahre aus Grönland umgesiedelt wurden.
Wo kann man sie beobachten?
Moschusochsen leben ausschließlich im Dovrefjell westlich der E6 zwischen Hjerkinn und Oppdal.
Wann hat man die besten Chancen?
Moschusochsen können das ganze Jahr über beobachtet werden, da sie dauerhaft in derselben Region leben. Im Januar erlebt man besonders gut, wie hervorragend die Tiere an die Kälte angepasst sind. Im April werden die Kälber geboren, und im September beginnen die Kämpfe der Bullen während der Brunftzeit.
Tipps für die Beobachtung
Oft lassen sich Moschusochsen bereits von der E6 oder aus dem Zugfenster der Dovrebahn erkennen. Für eine nähere Begegnung empfiehlt sich eine Wanderung ab der Snøheim-Hütte. Halten
Sie dabei aber immer einen Sicherheitsabstand von mindestens 200 Metern ein. Moschusochsen wirken zwar friedlich, sind aber Wildtiere – wenn sie sich bedroht fühlen, verteidigen sie sich sofort.
Orcas und Buckelwale
Orcas (Schwertwale) können bis zu neun Meter lang werden und sind die weltweit größte Delfinart.
Buckelwale sind noch größer und wiegen durchschnittlich rund 60 Tonnen. Beide Arten besuchen regelmäßig die norwegische Küste.
Wo kann man sie beobachten?
Orcas und Buckelwale folgen immer ihrer Nahrung – dem Hering. Seit Jahrtausenden ziehen die Heringsschwärme im Winter an die nordnorwegische Küste, wobei der genaue Ort von Jahr zu Jahr variieren kann. In den letzten Jahren galt das Meer vor Skjervøy als guter Tipp für Walbeobachtungen.
Wann hat man die besten Chancen?
Leider veröffentlichen die Heringe nie ihre genauen Reisepläne und ändern ihre Route von Jahr zu Jahr – meist besuchen uns die Schwärme aber zwischen Ende Oktober und Mitte Januar.
Tipps für die Beobachtung
Nehmen Sie an einer Walsafari ab Tromsø teil. Auf diesen Touren kommen Sie den Meeresriesen sehr nahe. Wenn die Heringe bis weit in die Fjorde ziehen, lassen sich die Wale manchmal sogar vom Ufer aus beobachten.
Arktische Tierwelt auf Spitzbergen (Svalbard)
Spitzbergen ist schon allein wegen der einzigartigen Tierwelt eine Reise wert. Wer einmal im Leben Walrosse oder das größte Säugetier der Welt – den Wal – erleben will, sollte im arktischen Sommer hier auf Safari gehen. Und natürlich darf der Eisbär nicht unerwähnt bleiben. Von Bord eines Schiffes aus können Sie die Walrosse beobachten und sogar riechen, wenn diese sich am Strand räkeln.
Im Herbst verschwindet die Mitternachtssonne. Dafür können Sie mit dem Boot eine Nordlicht-Safari unternehmen – eine magische Erfahrung! In der stillen Polarnacht auf offener See, fernab der künstlichen Lichter der Stadt, erleben Sie die Nordlichter heller denn je.
Wölfe
Der Wolf ist der Urahn unserer Hunde, doch im Gegensatz zum Familien-Labrador kommt er nicht schwanzwedelnd angelaufen, wenn man ihn ruft.
Durch die intensive Bejagung in der Vergangenheit haben Wölfe eine extreme Scheu vor dem Menschen entwickelt. Gerade deshalb ist eine Sichtung etwas Besonderes.
Wo kann man sie beobachten?
In Norwegen sind etwa 60 Wölfe heimisch, dazu kommen rund 40 Tiere, die zwischen Norwegen und Schweden hin- und herziehen. Die Wölfe halten sich fast ausschließlich in der staatlich festgelegten „Wolfszone“ auf (Østfold, Oslo, südliches Akershus und südöstliche Hedmark). Die besten Chancen auf eine Sichtung bestehen in der Wolfszone der Hedmark: in den Revieren des Rudels Deisjø (6 Tiere) und des benachbarten Rudels Letjenna (7 bis 8 Tiere).
Wann hat man die besten Chancen?
Im März verlassen die Jungwölfe das Rudel ihrer Eltern, um eigene Reviere zu gründen. Gleichzeitig beginnt die Paarungszeit der Leitwölfe. In diesem Monat sind die Tiere daher sehr aktiv und dadurch etwas leichter zu entdecken.
Tipps für die Beobachtung
Wölfe nutzen gerne natürliche Pfade wie gefrorene Seen, Moore oder Waldwege. Wer mehrere Tage auf einem Platz mit gutem Blick verbringt, entdeckt mit etwas Glück diese scheuen Wanderer.
Braunbären
Ein Braunbär kann bis zu 320 Kilogramm wiegen.
Braunbären sind stark genug, um einen ausgewachsenen Elchbullen zu erlegen.
Dennoch ernähren sie sich überwiegend pflanzlich und meiden uns Menschen.
Wo kann man sie beobachten?
Es gibt etwa 140 Braunbären in Norwegen, verteilt auf die Regionen Hedmark, Trøndelag, Nordland, Troms und Finnmark. Die besten Chancen auf eine Sichtung haben Sie in Pasvik in der Provinz Finnmark.
Wann hat man die besten Chancen?
Der Frühling, insbesondere der späte März, ist ideal. Dann verlassen die hungrigen Bären ihre Winterlager auf der Suche nach Nahrung. Auch im Herbst sind sie sehr aktiv und leichter zu entdecken. Denn dann durchstöbern sie den Wald nach Beeren, um sich für den Winterschlaf Fettreserven anzufressen.
Tipps für die Beobachtung
Suchen Sie sich einen Platz mit Blick auf offene Waldflächen, auf denen frisches Gras oder viele Beeren wachsen. Wer einen von einem Bären gerissenen Elchkadaver kennt, hat ebenfalls gute Chancen auf eine Sichtung, da Bären häufig zu ihrer Beute zurückkehren und sich Nachschlag holen. Achten Sie dabei unbedingt auf die Windrichtung – der Wind muss Ihnen entgegenwehen, da der Bär Sie sonst über weite Distanzen wittern kann.